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Sportunion UL-CLUB
Wenn der Vater mit dem Sohne …
Ein Kurztrip der Walcher-Männer an die Adria.

Man muss es immer wieder sagen: Jeder der nur den heimischen Kirchturm umrundet ist selber schuld. UL-Fliegen in Italien sucht seinesgleichen. Das ist die Freiheit die ich meine. Unglaublich für E-Flieger: Kein Flugplan, kein Transponder, kein Funk und wirklich kein Stress.



Am Morgen des 19. Juli 2005 flogen mein Sohn Lukas und ich »in die Arbeit nach Zell«. Die Bewölkung ließ ein Schleichen über den Talweg an Wagrain gerade halt zu. OVC und RA aber Besserung bis zum Abend ließen uns für unser Vorhaben optimistisch sein.

Nach getaner Arbeit am Flugplatz Zell stiegen wir beide um 17 Uhr abends in die Dynamic, beladen mit Zelt und Schlafsack und betankt bis oben hin. Die Wetterbedingungen mit OVC in 8000 ft NN bei starkem Höhenwind aus West  versperrten uns leider die Möglichkeiten über das Hochtor und den Blick zum Großglockner. Also lehnten wir uns an den Alpenhauptkamm und ließen uns vom Westwind mit einer Groundspeed von 250 kmh in Richtung Obertauern blasen. Mit reichlich Sicherheitshöhe und reduziert auf 150 kmh Geschwindigkeit harrten wir der Dinge (Turbulenzen) die da kamen. Es war zum Aushalten.

Am Eingang zum Kanaltal ließen wir uns den Wind von Nötsch geben: Windstille. D.h. ab sofort entspannt genießen. Das Durchfliegen des Kanaltales ließ sich Lukas als Steuermann natürlich nicht nehmen. Er kam sich offensichtlich vor wie im Pearl Harbour Film und fragte mich ob da wohl die Japsn (Japaner) noch tiefer geflogen wären. Ich verneinte natürlich J.



Die Reise ging den Tagliamento Fluß runter. Unsere Flughöhe betrug maximal 150 m – oder 550 ft – über Grund (für Lukas: 5 Bäume übereinander). Westlich von Udine landeten wir auf dem ersten UL Platz unserer Reise, auf Al Casale, einem landwirtschaftlichen wunderschönen Gut. Wir wurden herzlich empfangen, mit Getränken versorgt und schließlich mit einer Pioneer 300 zu unserem Tagesziel, dem UL Platz Mazarack bei Caorle geleitet. Mazarack ist beliebt wegen seines guten Fischrestaurants und seiner Nähe zum Meer – gefürchtet aber wegen seiner kurzen und schlechten Piste.





Nach stärkendem Fisch und guten Getränken (Lukas 3 Cola, Hannes 3 Wein) rollten wir unsere Dynamic vor das Restaurant (Lukas 14, fiel auf dass es da ganz fesche Kellnerinnen gibt) und stellten unser Zelt und das Flugzeug in die Reihe zu anderen Booten - ein für uns Nordländer einzigartiges Bild. Anschließend gab uns der Wirt 2 Fahrräder und wir fuhren spät abends bei Vollmond zum 2 km entfernten Strand.





Tags darauf gabs italienisches Frühstück beim Wirt (2 Fingerhut mörderischen Cafe und sehr gute Wurst). Über die Mittagszeit knotzten wir uns an den Strand. Nach genug Hitzespeicherung kramten wir unsere Sachen in den Flieger (wie das nur Platz finden soll) und starteten Richtung Norden. Natürlich raus auf die Küste und hinunter auf Segelmasthöhe. Irgendwie wirkten die Bootsfahrer denen wir zuwinkten ein wenig unrund.





Nach Lignano zogen wir die Dy wieder rauf auf die erlaubten 150 m und steuerten Kurs auf den Flugplatz Piancada. Unsere Funksprüche auf 130,00 Mhz wurden wie in Italien üblich nicht erwidert. Also überflogen wir in gewohnter Weise den Platz, schauten auf die Landepiste und den Windsack und landeten anschließend. Lukas Job war immer die Ausschau nach anderen Flugzeugen – wir wurden aber nie fündig. Die Dy setzte sich mit der 3. Landeklappe butterweich in die Wiese. Lukas war zufrieden mit mir, merkte aber an, dass ich immer ein wenig zu weit links käme. Ich entgegnete aber autoritär, dass er sich da nicht auskenne J. Ein sehr gepflegter Platz mit nettem klassisch italienischem Restaurant erwartete uns. Wir parkten unserem Ul zuliebe unter Bäumen und hatten anschließend Mühe, die ausgeschwitzte Flüssigkeitsmenge in Form von Eistee und Aqua zu ersetzen.



Nach einer Stunde des Seelebaumelns setzen wir uns wieder ins Flugzeug, um das nächste Ziel anzusteuern – San Mauro, östlich von Udine und bekannt für seine ausgezeichnete Küche. Nach der Landung mussten wir leider feststellen, dass das Restaurant geschlossen hatte. Also weiter nach Österreich, wieder übers Kanaltal (Pearl Harbour Procedure) und ab zum Ossiacher See auf ein großes Eis am Flugplatz Feldkirchen (leider ging sich aus finanziellen Gründen nur ein gemeinsames aus). Ach ja Österreich ist wieder da: Landeempfehlung am Funk, Landegebühr



Abends ging die Reise direkt weiter nach Niederöblarn. Lukas war mittlerweile perfekt im Programmieren des Bendix King GPS und stellte diesen auf GO TO LOGO. Irgendwie fiel mir auf, dass er das schneller machte als ich. Ein angenehmer Südwind ließ unseren Tacho nie unter 200 kmh sinken, obwohl wir in 8000 ft den Hauptkamm westlich des Sölkpasses (= diesen wieder nicht gefunden) überflogen. Um 17 Uhr landeten wir voller schöner gemeinsamer Erinnerungen in Niederöblarn.



Es war eine wunderschöne Reise mit meinem Sohn Lukas. Italien zeigte sich wieder von seiner schönsten und fliegerisch freiesten Seite. Wir flogen in exakt 3 Stunden 620 km und verbrauchten nur 49 lt. Super Benzin.

 Bella Italia.
 Es war toll mit dir mein Sohn.
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